Schritt für Schritt ins Gleichgewicht

Aktualisiert: 25. Jan.

Wieder ist ein Reitkurs Wochenende mit der wunderbaren Brigitte Karmus vorüber. Zur Erarbeitung lösender und versammelnder Seitengänge unter Brigittes fachkundiger Anleitung fanden sich Pferd-Menschen-Paare und Zuseherinnen zur Hestafólk Fortbildung am ersten Novemberwochenende am Forsthof ein. Gemeinsam wurde Augenmerk darauf gerichtet, wie es mit Pferdeverstand, Einfühlungsvermögen, Konsequenz und Geduld gelingen kann, (s)ein Pferd ins Gleichgewicht zu bringen. Und sich auf diese Weise Schritt für Schritt die Balance zu erarbeiten.


Der positive Effekt

Die Trainingseinheiten am ersten Tag verband die Arbeit am gelösten vorwärts. Denn wer den positiven Effekt der Seitengänge für die Gymnastizierung seines Pferdes nutzen will, muss verstehen: Der rückwärts wirkende Zügelzug macht den positiven Effekt des Seitengangs zunichte. Dazu zählt natürlich auch, das Pferd nach dem Seitengang behutsam wieder gerade zu richten.


Besser reiten heißt bewusst wahrnehmen

In diesem Sinn galt es Aufmerksamkeit auf das eigene Wirken zu erlangen. Dabei kann es helfen, Bewusstsein über die eigene Wahrnehmung zu bekommen. Eine Technik dafür, die von Brigitte Karmus wiederholt angeregt wurde, ist die Frage an das Ich. Indem man sich selbst beim Reiten Fragen zum Istzustand stellt, lässt sich die Reitweise entscheidend verbessern. Beispielhafte Fragen können sein:

  • Sitze ich ausbalanciert?

  • Liegen die Waden ruhig am Pferd?

  • Trage ich meine Hände?

  • Spüre ich meine Ellenbogen an der Taille?

  • Wie fühlt sich die Verbindung zum Pferdemaul an - gebe ich nach?

  • Wenn ja, im richtigen Moment?

Dank präziser Führung durch Brigitte Karmus konnten alle Pferde gute seitwärtsrichtende Folgen ausführen. Zunächst im Schultervor und darauf aufbauend auch im Schulterherein. Hier wurde beim Zusehen der Unterschied zwischen Islandpferd und Warmblut deutlich. Während so manches Gangpferd zunächst gefühlt in Zeitlupe versucht, dem seitwärts weisenden Schenkel zu folgen, tritt das Warmblut zielsicher unter seinen Schwerpunkt.

Die Kunst der Koordination von Innenschenkel und Außenzügel

Mit neuem Bewusstsein zur koordinieren diagonale Hilfengebung starteten die Reiterinnen in ihre Einheit am zweiten Tag. Bei allen Paaren machte sich an diesem Tag bereits eine deutlich gelöstere Grundstimmung bemerkbar. Sodass es für die Gangpferde an die Töltarbeit ging. Hier wurden Lockerungsübungen entsprechend der Gangveranlagung des Pferdes eingebaut - denn was für den eifrigen Viergänger funktioniert, muss für den gebundenen Fünfgänger nicht unbedingt passen.

Trotz durchdringender Novemberkälte waren Pferde, Teilnehmerinnen und Zuschauende mit viel Eifer bei der Sache. Brigitte nahm sich nach jeder Einheit Zeit, um Fragen zu klären. Schade wars allerdings um den fast schon zur Tradition gewordenen gemeinsamen Mittagstisch. Auf den verzichtete man dieses Mal der pandemischen Prävention wegen. Vorsatz für 2022: Gemütliches Mittagessen mit Brigitte nachholen. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen.


Fotos: Martin Ackerl



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